Es soll ja tatsächlich Leute geben, die Adventskalender sammeln; oder jene, die jeden „Playboy“-Kalender seit 1967 ihr eigen nennen. All das (abgesehen von den Schokoladenhappen im Advents- und den nackten Damen im Playboy-Kalender) ist für Autoliebhaber eher uninteressant.
Da gibt es allerdings einen Kalender, der unsereins den Lustschweiß auf die Stirn treibt und uns wohlige Gefühle verursacht, dabei handelt er eigentlich nur um Reifen: Der Pirelli-Kalender!
Zwar fehlen in ihm die aufklappbaren Türchen mit den Schokonaschereien, aber mit aufreizenden Damenkörpern hat er noch nie gegeizt. Dabei ist er jetzt nun schon in seiner 39. Auflage. Ach ja, und Reifen kommen in ihm auch so gut wie nie vor, von einigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen.
Der Grund, weshalb er uns bisweilen Haus und Weib und Kindschaft verlassen lässt, ist, dass er so unwahrscheinlich schwierig aufzutreiben ist. Entweder hat man Beziehungen oder hat sich gerade einen Satz Pirelli-Winterreifen gekauft, ansonsten ist er praktisch nur auf dem Internet (und zu einem Preis!) verfügbar.
Gerade wurde in New York der neue „Pirelli 2012“ präsentiert – und ist besser denn je. Nicht unbedingt was die Auswahl der Models anbetrifft (die schon immer spitze waren), aber vor allen Dingen weil für diese Ausgabe endlich und zum allerersten Mal ein italienischer Fotograf von der italienischen Reifenmarke beauftragt wurde.
Geschossen wurden die 25 Motive auf Korsika, das ja ur-italienisch ist, und mit Models, die irgendwie alle zu blond, zu groß, zu dürr und zu blasshäutig wirken, um als echte Italienerinnen gelten zu dürfen. Das tut dem Appeal aber keinen Abbruch, denn zu einem Sammlerobjekt wird sich der Kalender allemal entwickeln. Den wirft man nicht in den Abfall wie einen Adventskalender wenn die Schokolade einmal aufgemampft ist.
Es wäre auch eine Sünde bei nur 35.000 Exemplaren. Das ist die weltweite Auflage und mehr gibt es einfach nicht, basta! Als Models haben sich dieses Mal Kate Moss, Milla Jovovich, die Brasilianerin Isabeli Fontana (bereits zum 4. Mal für den ‚Pirelli‘ dabei), Natasha Poly, Lara Stone, Guinevere Malgosia (allesamt ebenfalls schon einmal vertreten) und die Newcomer Margareth Madé, die Japanerin Rinko Miguchi, Saskia de Brauw, Joan Small und die langbeinige Litauerin Edita Vilkeviciute überwiegend im Evakostüm ablichten lassen.
Und weshalb eigentlich 25 Motive (18 schwarz-weiß und 7 in Farbe), obwohl es doch auch 2012 aller Voraussicht nach lediglich 12 Monate geben soll? Das liegt am Designkonzept, das zwischen Fotograf Mario Sorrenti und Pirelli ausgeklügelt wurde. Der 2012 Kalender ist „interaktiv“, d. h. der stolzeBesitzer kann sich auswählen, welche Dame er im jeweiligen Monat bewundern möchte. Bei Bedarf kann man sie auch alle paar Tage gegen eine der anderen auswechseln. Ist das nicht affengeil? Damit keines der Hochglanzfotos in außerordentlicher Druckqualität Schaden (oder Eselsohren) erleidet, ist der Kalender in eine aus Leinen gearbeitete Zeichenmappe gebunden.
Jetzt aber husch, husch – und lassen Sie Ihre Beziehungen spielen – damit Sie noch einen der Kalender ergattern!