Fleißig sind sie, die Japaner, und immer an vorderster Front wenn es um die Umsetzung und Weiterentwicklung neuer Technologien geht. Das trifft auch auf die Autobranche im Land der aufgehenden Sonne zu. Schon seit Jahr und Tag beschäftigt man sich nämlich dort mit umweltfreundlichen Elektroautos und wie man sie noch besser, noch ökonomischer, noch zuverlässiger macht.
Dabei hat Elektroautotechnologie sowohl im Inselreich Japan als auch in unseren eigenen Breitengraden Befürworter und Zweifler gleichermaßen hervorgebracht. „Ja,“ sagen die Gegner, „die Energie für Elektroautos mag ja vielleicht aus der Steckdose kommen.“ Dann aber auch sogleich das große Aber: Wo kommt denn der Strom her? Der kommt ja auch aus Kraftwerken, die vornehmlich mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Schon alleine deshalb ist eben das Elektroauto auch nicht so viel umweltfreundlicher wie ein Benziner oder Diesel. Um jedes Gramm CO₂ wird gefeilscht. Die Befürworter gehen nämlich sofort zur Gegenargumentation über. Trotz Fossilbrennstoffverbrauch belastet Stromerzeugung die Umwelt halt immer noch bedeutend weniger als die Abgase aus tausenden und abertausenden von Auspüffen. Im Elektrobetrieb ist ein Fahrzeug jedoch nahezu 100% emissionsfrei. Recht haben bis zu einem gewissen Maße natürlich beide Seiten. Den absoluten ökologischen Nulltarif gibt es nicht, und bei Elektroautos wird außerdem gerne übersehen, dass die energieaufwendige Produktion der benötigten Lithium-Ionen-Akkus auch ein Thema ist.
Das hält die Japaner aber noch lange nicht davon ab, die Idee des Elektroautos weiterhin forciert zu verfolgen. Das beste Beispiel ist dahingehend wohl der kürzlich auf den Markt gekommene Mitsubishi i-MiEV, das allererste Elektroauto, das in Großserienfertigung vom Fabrikband läuft. Klein aber oho ist der Japaner mit seinem Hinterradantrieb und seinen 67 PS, die er von einem im Fahrzeugboden eingebauten 16-KWh-Akku bezieht. Er zieht spontan an und ist quasi ansatzlos im Sprint (180 Nm Drehmoment vom Stand weg). Speziell im urbanen Umfeld mit ständigen Tempowechseln ist er deswegen ideal und auch ein verhältnismäßig teures Doppelkupplungsgetriebe kann bei seinem gleichbleibenden Zug ohne Unterbrechung nicht mithalten. Das im Stadtverkehr oft notwendige, ständige auf die Bremse treten entfällt auch, denn beim i-MiEV genügt es, nur vom Gaspedal zu gehen. Bei der Energierückgewinnung sieht der kleine große Mitsubishi ebenfalls bestens aus. Im Schubbetrieb lädt sich sein Akku nämlich wieder auf und erspart damit allzu oftes Wiederaufladen an der Steckdose. Und schon alleine deshalb haben, so scheint es, die Elektroautoadvokaten wohl doch eher eine bessere Argumentationsbasis gegenüber den Benziner- und Dieselenthusiasten parat. Für die Urlaubsfahrt von vielen hundert Kilometern in den tiefen Süden mag der i-MiEV vieleicht weniger geeignet sein, aber als vergnügliches, lärmloses, umweltfreundliches Stadtvehikel ist er geradezu prädestiniert. Das einzige Manko ist vielleicht sein (noch) recht hoher Preis in der Region von etwa 35.000 Franken. „Dafür,“ so schallen die Benzinerfreunde, „kriegt man auch ein richtiges Auto.“